Fazil Say // Troy Sonata

Der türkische Pianist und Komponist ist ja bekannt dafür, in seinen Werken immer gern auch mal außermusikalische Brücken zu schlagen: in die eigene Heimat Türkei zum Beispiel oder in die Geschichte. Erst im vergangenen Jahr war seine im Auftrag der Çanakkale Municipality entstandene „Troy Sonata“ entstanden und wurde im August 2018 beim Troia Festival uraufgeführt.

In der Sonate widmet sich Say dem sagenhaften Troja, dessen Eroberungsgeschichte, aber auch dessen in die Welt getriebene Helden viele Komponisten der Musikgeschichte große Werke gewidmet haben. Es sei hier nur an „Les Troyens“ von Berlioz oder „Dido und Aeneas“ von Purcell erinnert. Neben den Stücken „The Moving Mansion“ (Yürüyen Köşk) op. 72a, „Sari Gelin“ (Art of Piano 2) und „Winter Morning in Istanbul“ (Art of Piano 3) hat Fazil Say seine umfangreiche Troy Sonata eingespielt. „Ich schöpfte Inspiration aus vielen Quellen“, erläutert Fazil Say sein Klavierwerk. „Aus Homers Epos, aber auch aus Filmen und anderen literarischen Werken.“ Say widmet den berühmten Figuren der Sage sowie der Kriegslist des „Trojanischen Pferds“ einzelne Sätze. Insgesamt enthält die Troy Sonata zehn Sätze. Besonders schön ist die melancholische Melodie des Helena-Satzes. Aber auch das Grauen des Krieges findet seinen Widerhall. Als Leitmotiv durchzieht die Liebe des Paris zu Helena, die den Krieg erst auslöste, das Werk.

Warner Classics CD 9029550465 // ab 15.03.2019 im Handel