Olga Scheps // Melody

Bei Olga Scheps kann man sich auf alles gefasst machen. Die in Köln lebende russische Pianistin hat keine Berührungsängste. Sie spielt auf ihrem Flügel ebenso gern Dancefloor à la Scooter wie den „Reigen seliger Geister“ aus Glucks Oper „Orphée et Eurydice“.

Für die 33-jährige ist es kein Problem, eben mal von der Hochkultur zu flotter Klub-Music à la Chilly Gonzales zu wechseln. Die Vielfalt ist bei ihr Programm. So auch auf ihrem neuen Album „Melody“. Die enthaltenen Titel seien alle persönliche Lieblingsmelodien, versichert Scheps. Und sie stammen aus vier Jahrhunderten. Bachs Cembalo-Transkription eines Adagios aus einem Oboenkonzert von Alessandro Marcello ist dabei, aber auch die aparte „Melodie“ des norwegischen Romantikers Edward Grieg. Viele bekannte Stücke wie Beethovens „Für Elise“ oder Chopins Nocturne op. 9 Nr. 2 in Es-Dur spiegeln sich in moderner Klaviermusik wie etwa dem Filmmusikklassiker „Una Mattina“ von Ludovico Einaudi aus dem Film „Ziemlich beste Freunde“ von 2011. Bei Scheps spielt die Anordnung der gegensätzlichen Stile eine zentrale Rolle. Da hören wir das packende „Avril 14th“ des Elektropioniers Aphex Twin aus dessen Album „Drukqs“ und als Kontrapunkt die kongeniale Bearbeitung von Mozarts „Türkischem Marsch“ von Arcadi Volodos. Ein Highlight ist zudem die Bearbeitung von Mussorgskys Promenade Nr. 1 von den Berliner Komponisten Vivian und Keta Bhatti.

Sony Classical CD 19075923952 // ab 08.03.2019 im Handel