Joep Beving // Honesis

Der niederländische Pianist Joep Beving verfolgt seinen künstlerischen Weg ganz konsequent. Die dem aktuellen Album „Henosis“ vorausgegangenen Alben „Solipsism“ und „Prehension“ waren auch von einem komplexen philosophischen Überbau geprägt.

Beving regt mit seinem individuellen und doch vom Minimalismus beeinflussten Stil zur inneren Einkehr an. Stets drängt seine Gedankenwelt ins Kosmische und Transzendentale, was bei „Henosis“ nun noch konkreter zum Leitmotiv erklärt wird. Bei den älteren Alben verließ sich der Pianist mit der langen Haarmähne und dem rauschenden Bart noch allein auf sein ureigenes Ausdrucksmittel, den ganz speziellen Klang des von der Großmutter geerbten Flügels aus der Werkstatt Schimmel. Bei „Henosis“ wird das Klavier jetzt von anderen Instrumenten begleitet, ja Beving pausiert auch über längere Strecken und erweitert sein klangliches Ausdrucksspektrum um viele weitere Facetten. Mit von der Partie ist übrigens der Cellist Maarten Vos.

Der Begriff „Henosis“ stammt aus dem Griechischen und beschreibt eine mystische Einheit. Im Sinne Platons zielt die Henosis auf die Vereinigung der Realität mit dem uns Menschen Unbekannten des Kosmos ab. Viele Titel des neuen Beving-Albums deuten auf diesen gedanklichen Überbau hin. So lautet der Eingangstitel „Unus mundus“, ein weiterer verweist auf den Himmelskörper „Sirius“. Vieldeutig sind zudem Titel wie „Klangfall“ oder der auf Platon verweisende Track „Anamnesis“.

Deutsche Grammophon/Universal Music 2CD 4835209 / 2LP 4799875 // ab 05.04.2019 im Handel