Khatia Buniatishvili // Schubert

Konsequent hat Khatia Buniatishvili für ihr Label Sony einen großen Klavierkomponisten nach dem anderen „abgearbeitet“. Nach den gefeierten Alben mit Musik von Liszt, Chopin und Rachmaninow sowie den Konzeptalben „Motherland“ und „Kaleidoscope“ folgt nun Schubert.

Mit ganzer Seele und einer gehörigen Portion Gefühl widmet sich die georgische Pianistin hier nun der letzten Klaviersonate D 960, dem Ständchen aus „Schwanengesang“ D 957 in Liszts Bearbeitung sowie ausgewählten Impromptus. All dies sind Werke, die die für ihre Interpretationskunst, aber auch ihre faszinierende Bühnenpräsenz hochgelobte Pianistin lange im Repertoire hat. Buniatishvili erfasst die ganze Tiefe dieser Werke. Klar arbeitet sie die weiten melodischen Bögen, aber auch die für Schubert so typischen plötzlichen Einbrüche heraus. Stets lauert bei diesem Komponisten trotz aller Seligkeit und Ruhe mancher Passagen ein Abgrund. Die Freude wird von tiefer Melancholie getrübt, oder abrupte Gesten attackieren einen eigentlich friedvollen Verlauf.

Natürlich weiß die attraktive junge Solistin, die immer mal wieder auch Cover von Modemagazinen und Fachzeitschriften ziert, in welch große Fußstapfen sie ausgerechnet in Interpretationsfragen zu Schubert tritt. Mit ihrem vollkommen freien Zugang aber findet sie eine ganz eigene Sprache. Dazu gehören ein mitreißendes Cantabile, ein kühner Akzentreichtum und Sinn für geschlossene Dramaturgien jedes einzelnen Satzes.

Sony Classical CD 19075841202 // ab 15.03.2019 im Handel