Maurice Steger // Mr Handel’s Dinner

Die Pausen von barocken Konzerten und Opernaufführungen unterschieden sich gewaltig von denen unserer Tage. Man konversierte zwar genau wie heute, man trank Wein und labte sich an zuweilen frugalen Essensangeboten, all das aber unterhalten von zusätzlicher Musik. Klar, dass die nicht aus Lautsprechern dringen konnte, sondern live gespielt werden musste.

Der mit gesellschaftlichen Events zutiefst vertraute Georg Friedrich Händel hat in seinen Londoner Jahren für solche Zwecke aufwendig komponiert. Und weil es eben ökonomisch war, bediente er sich locker an eigenen Vorlagen, die er quasi recycelte und von verschiedensten Instrumenten spielen ließ. Der Blockflötist Maurice Steger hat mit dem Barockorchester „La Cetra“ nun solche Werke zusammengetragen und unter dem Motto „Mr Handel’s Dinner“ bei Harmonia Mundi veröffentlicht. Die Stücke stammen bei Weitem nicht alle von Händel. Auch Flötenkonzerte von dem aus Lucca stammenden Francesco Geminiani oder das Stück „A Ground“ von Gottfried Finger, der eine Generation früher als Händel geboren wurde, sind darunter. Maurice Steger hat von Händels Praxis selbst Gebrauch gemacht und stellte aus Ballettsätzen von Händels früher, noch in Hamburg komponierter Oper „Almira“ eine „Suite de danse“ zusammen. Das Blockflötenkonzert in F-Dur, das auf einer Blockflötensonate HWV 369 beruht, hatte Händel nachweislich als Orgelkonzert HWV 293 selbst einmal bei einer Aufführung seines Oratoriums „Deborah“ präsentiert.

harmonia mundi CD HMM 902607 // ab 12.04.2019 im Handel