Ausgabe #61 Frühling 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Hauch von Frühling durchzieht die aktuellen Neuerscheinungen. Keine Geringere als die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča hat Lieder aus Spanien, Italien und Lateinamerika aufgenommen, wo die Sonne bekanntlich ein wenig wärmer strahlt als bei uns in Nordeuropa. Und wo das Frühjahr seine zarten Blüten treibt und womöglich sogar Frühlingsgefühle die Folge sind, ist ein Liederzyklus wie Robert Schumanns „Dichterliebe“ auch nicht verkehrt. Christian Jost hat die Lieder jetzt für hohe Stimme und neun Instrumentalisten bearbeitet. Zur Jahreszeit passende Lieder wie „Maikäfer flieg“ sind auch bei dem verblüffenden Album „Volkslieder Reloaded“ vom Ensemble Quadro Nuevo und dem Münchner Rundfunkorchester enthalten.

Aber wir sollten bei all der Sehnsucht nach Licht und Wärme die übrigen Jahreszeiten nicht vergessen. Das haben Sol Gabetta und die Cappella Gabetta jedenfalls nicht getan. Elegant ist ihre Idee, Piazzollas Musik mit Vivaldis „Jahreszeiten“ zu „Tango Seasons“ verschmelzen zu lassen. Von Südamerika bis nach Italien scheint da kein Weg zu weit, in der Musik gemeinsame Wurzeln zu finden. Den niederländischen Pianisten Joep Beving hält es aber nicht auf unserem Planeten. Mit seinem neuen Album „Henosis“ strebt er in kosmische Welten und lässt sich erstmals von anderen Instrumenten begleiten.

Begleiten, und zwar gleich vom ganzen Gewandhauschor, lässt sich auch der Komponist und Elektronikspezialist Martin Kohlstedt auf seinem neuen Album „Ströme“. Und wo wir schon bei Chören sind, dürfen der Rundfunkchor Berlin mit einer fulminanten Brahms-Aufnahme und der Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius mit einer atemberaubenden „Missa solemnis“ als kleiner Vorgeschmack auf das Beethoven-Jahr 2020 natürlich nicht fehlen.

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