Nikola Djoric // Pictures

Mit dem Akkordeon kann man nahezu alles spielen. Teilweise sogar, ohne die Stücke, die für ganz andere Instrumente komponiert wurden, zu bearbeiten und für die Möglichkeiten des Instrumentes einzurichten. Das Akkordeon passt zur Klassik, zum Jazz und zu Folklore. Und wenn man allein die Avantgardemusik betrachtet, findet man eine ungeheure Menge von neuen Werken, die extra für dieses Instrument geschrieben wurden.

Die Fülle der Möglichkeiten hat den Akkordeonisten Nikola Djoric nicht davon abgehalten, große Werke der Klaviermusik an sich zu reißen und auf seinem aktuellen Album „Pictures“ in beeindruckender Weise auf dem Akkordeon zum Klingen zu bringen. Ausgerechnet das Mammutwerk „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski und das berühmte Kinderalbum von Peter I. Tschaikowsky spielt er nach Originalnoten auf seinem Instrument. Und wer den hymnischen Schluss der „Bilder einer Ausstellung“, die ja auch gleich mehrfach orchestriert wurden, im Ohr hat, weiß um die voluminöse Klangfülle dieser Musik. Diese kann auch ein Akkordeon erzeugen, ebenso wie die virtuosen Sprünge vom Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen. Das Akkordeon nun hat die Eigenschaft, selbst Assoziationen zu den Orchesterinstrumenten der Mussorgsky-Bearbeitungen zu erzeugen. Klänge der Streicher, der Bläser, genau wie die eines Konzertflügels sind in der Klangwelt dieses handlichen, aber technisch auch schwierigen Instruments auf wundersame Weise vereint.

Berlin Classics/Edel CD 0301193BC // ab 26.04.2019 im Handel