Elīna Garanča // Sol Y Vida

Sol y vida, die Sonne und das Leben, sind Begriffe, die uns fröstelnde Nordeuropäer ja das ganze Jahr über in Scharen gen Süden treiben. Von dunklen Winterabenden und verregneten Ausflügen wüsste auch der lettische Opernstar Elīna Garanča genügend Lieder zu singen. Jetzt aber steht der Süden und seine Lebensfreude spendende Musik für sie im Fokus.

Lieder aus Spanien, Italien und Lateinamerika stehen im Mittelpunkt, darunter Agustin Laras unverzichtbarer Hit „Granada“ in einem Arrangement des Dirigenten Karel Mark Chichon und das Lied „Gracias a la vida“ der chilenischen Folkloremusikerin Violeta Parra Sandoval in einem Arrangement von José Maria Galliardo del Rey. In der Begleitung des Orquesta Filarmónica De Gran Canaria von den Kanaren, wo ja bekanntlich ewiger Frühling herrscht, kann dabei natürlich nichts schief gehen.

Es ist das erste Mal, dass Elīna Garanča mit Liedern, Canzonen und Tangos ihr klassisches Repertoire auf so konsequente Weise erweitert. Mit ihrem Timbre und der charakteristischen Tönung ihres ebenso strahlenden wie warm schimmernden Mezzosoprans greift sie auch zu Evergreens, die normalerweise Tenöre für sich reklamieren. Das für Enrico Caruso einst entstandene „Core ’ngrato“ gehört dazu, aber auch Ernesto de Curtis „Torna a Surriento“ und „Non ti scordar di me“.

Der aus Sevilla stammende Gitarrist und Arrangeur José Maria Galliardo del Rey hat für die Deutsche Grammophon schon etliche Alben eingespielt. Neben Rodrigos Gitarrenkonzert veröffentlichte er die unter anderem die CDs „14 Maneras de echarte de menos“, „Pasión Española“ oder „Habanera – Canción del amor“. Klar, dass ein Spanier Astor Piazzolas Klassiker „Maria de Buenos Aires“ mit besonderer Leidenschaft für Garanča und Gitarrenbegleitung in Szene setzen kann.

Aus dem 19. Jahrhundert stammt der Liederzyklus „No t’amo più“ von Francesco Paolo Tosti, aus dem Garanča ebenfalls ein Lied für „Sol y vida“ ausgewählt hat. Der Caruso-Freund und italienische Sänger Tosti stammte auch aus dem klassischen Genre, genau wie Garanča. Er war einst Schüler des italienischen Opernkomponisten Saverio Mercadante und benutzte in seiner Musik Mittel, die einer Opernsängerin wie Garanča natürlich aufs Beste vertraut sind.

Deutsche Grammophon/Universal Music CD 4836217 // ab 10.05.2019 im Handel