Klaus Doldinger’s Passport // Motherhood

Jazz Gleichsam Rückblick und Standortbestimmung ist Klaus Doldingers neues Album ‚Motherhood‘, das er mit Passport, Vokalisten und Solisten eingespielt hat. ‚Motherhood‘ gab es schon Ende der 1960er-Jahre, allerdings als Projektname. Dabei waren vor 50 Jahren die Vorliebe des Saxofonisten für freie Musik, Soul und seine große Melodienfindungsgabe die Antriebsfeder für das Projekt „The Motherhood“, das nun auf dem neuen Album ‚Motherhood‘ mit zehn Neuaufnahmen seine Fortsetzung findet. So markieren die Stücke „Soul Town“ und „Locomotive“ die heutige Sicht auf Doldingers Übergang von der Jazzrock-Phase zur Band Passport. Halb im Chanson steht Doldinger in „Turning Around“ vor dem Gesangsmikro, während China Moses in „Women’s Quarell“ die weibliche Seite dieses Blaxploitation-Songs hervorhebt. Max Mutzke setzt sein opulentes Stimmvolumen in „Song Of Dying“ ein, und Udo Lindenberg, erster Schlagzeuger von Passport, gibt in „Devil Don’t Take Me“ den Soul-Rocker. Die Instrumentalstücke „Circus Polka“ und „Wade In The Water“ (mit Joo Kraus) schließen den Kreis zwischen „The Motherhood“ und dem neuen Album, das für klare Strukturen, jubelnde Melodien und knackige Saxofon-Soli steht.

 

Doldinger/Passport/Lindenberg/Mutzke/Moses – Motherhood (Warner) LP 190295257002 / CD 190295277352 // jetzt im Handel