Ludwig Güttler // Edition Europa

Es sagt viel aus, wenn ein weltweit bekannter Trompetensolist wie Ludwig Güttler für seinneues Projekt den Titel „Edition Europa“ wählt. In den Augen des gebürtigen Erzgebirglers, der die Wiedervereinigung Deutschlands als großes Geschenk empfand und die Entwicklung des europäischen Kontinents künstlerisch seit Jahrzehnten begleitet, wurde Europa schon Jahrhunderte zuvor durch Musik geeint. Der Austausch zwischen praktizierenden Musikern und Komponisten unterschiedlicher Länder war schon zu Georg Philipp Telemanns Zeiten rege und fruchtbar. Weiterlesen ›

David Aaron Carpenter & London Philharmonic Orchestra // Motherland

Der Begriff der Heimat, des Vater- oder Mutterlandes ist schwer zu definieren. Wie so oft hilft bei der Orientierung die Musik, denn viele Komponisten verarbeiten in ihren Werken ja Eindrücke aus frühester Kindheit auch aus der jeweils heimischen Volksmusik. Dieses Thema leitete den amerikanischen Bratschisten David Aaron Carpenter bei der Werkauswahl für sein neues Album „Motherland“. In den eingespielten Werken verbinde sich eine Sehnsucht nach der Heimat, eine Verehrung für einheimische Musik, Volksweisen und Sprache, so Carpenter. Weiterlesen ›

Tõnu Kaljuste & NFM Filharmonia Wrocławska // Pärt: Sinfonien Nr. 1 – 4

Der heute 82-jährige Este Arvo Pärt ist ohne Zweifel eine der erfolgreichsten, aber auch geheimnisvollsten zeitgenössischen Komponistenpersönlichkeiten überhaupt. Pärts polystilistische Metamorphosen, die sich auch auf Alte Musik beziehen, verleihen seiner Musik oft eine reizvolle Archaik. In den 1970er Jahren entwickelte der Este den sogenannten Tintinnabuli-Stil. Die Idee dieses frei mit Glöckchen-Stil übersetzten Begriffs ist, dass Töne eines einzigen, einem Werk oder Werkabschnitt zugeordneten Dreiklangs bestimmte Melodien quasi umläuten. Weiterlesen ›

Jean-Guihen Queyras & Ensemble Resonanz // C.P.E. Bach: Cellokonzerte

Zum Ende der Konzertsaison 2018 verabschiedet sich der zeitgenössische Komponist und Dirigent Emilio Pomàrico als Artist in Residence vom Hamburger Ensemble Resonanz. An seine Stelle tritt nun der italienische Violinist, Dirigent und Spezialist für die historische Aufführungspraxis Riccardo Minasi. Die beim Label Harmonia Mundi realisierte CD-Veröffentlichung der beiden Cellokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach mit dem Solisten Jean-Guihen Queyras unter Minasis Leitung ist ein fulminanter Vorgeschmack auf diese neue Ära. Weiterlesen ›

Nils Mönkemeyer // Baroque

Dass Johann Sebastian Bach ein großer Liebhaber der Bratsche war und sich in seinem Nachlass allein drei Exemplare dieser Instrumentengattung befanden, war nur ein Motiv für den Bratscher Nils Mönkemeyer, den Thomaskantor in den Mittelpunkt seines Albums „Baroque“ zu stellen. Mönkemeyer schlägt den Bogen noch weiter und suchte bewusst nach Stücken wie etwa Silvius Leopold Weiss’ Bach-Bearbeitung des Rondeau BWV 1025 für Viola und Laute oder Bachs Lauten-Suite c-Moll BWV 995, die er hier mit Viola und Theorbe eingespielt hat. Weiterlesen ›

Joyce DiDonato & Il pomo d’oro // In War & Peace – Harmony Through Music: Live aus dem Liceu, Barcelona

„Wenn wir mitten im Chaos stehen – wie können wir Frieden finden?“, fragte die Mezzosopranistin Joyce DiDonato, als vor zwei Jahren das Album „In War & Peace“ erschien. Das Material des Albums hat die Mezzosopranistin zusammen mit dem Ensemble Il pomo d’oro auf die Bühne gebracht. Ein Mitschnitt des Auftritts der Sängerin im Liceu in Barcelona erscheint nun bei Erato auf DVD und Blu-ray. Klar, dass dabei das berühmte Lamento aus Purcells Oper „Dido and Aeneas“ nicht fehlen darf. Weiterlesen ›

Les Vents Français // Concertante!

Wenn die fünf Bläser Emmanuel Pahud, Paul Meyer, François Leleux, Gilbert Audin und Radovan Vlatković als Les Vents Français zusammen auftreten, steht üblicherweise Kammermusik, wenn auch größer besetzte Kammermusik, auf dem Programm. Nun macht das exklusive Quintett zum ersten Mal eine Ausnahme und bittet das Münchener Kammerorchester unter Daniel Giglbergers Leitung um Unterstützung für das neue Doppelalbum „Concertante!“. Weiterlesen ›

Emmanuel Krivine & Orchestre National de France // Debussy: La Mer & Images

Bei Anton Bruckner wissen wir um die große Bedeutung jeweiliger Urfassungen einzelner Sinfonien. Verfälschte der Sinfoniker auf äußeres Drängen in seinen Überarbeitungen vielleicht die Ursprungsidee eines Werks? Nicht nur von Bruckner, auch von Debussy, dessen 100. Todestag wir 2018 gedenken, gibt es Überarbeitungen. Weiterlesen ›

Andris Nelsons & Gewandhausorchester Leipzig // Bruckner: Sinfonie Nr. 7 & Wagner: Siegfrieds Trauermarsch

Die 7. Sinfonie gehört zu den vergleichsweise hellsten und gewiss auch zugänglichsten Werken in Bruckners sinfonischem Zyklus. Bruckner war fast 60, als ihm mit diesem Werk auch dank der großartigen Uraufführung durch den Dirigenten Arthur Nikisch ein Durchbruch gelang. Es war insbesondere die Siebte, die auf europäischen Konzertbühnen und später auch in anderen Erdteilen erfolgreich war und den Zugang zu Bruckners Kosmos erleichterte. Weiterlesen ›