Diana Damrau // The Tudor Queens

OPER Von der Presse wird die in Günzburg an der Donau geborene Diana Damrau als „weltbeste Koloratursopranistin“ („New York Sun“) und „Kultfigur unserer Zeit“ („The Guardian“) gefeiert. Auf ihrer aktuellen Produktion ‚Tudor Queens‘ verkörpert der mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnete Opernstar drei Königinnen der Tudor-Zeit in Großbritannien: Anne Boleyn, die zweite Ehefrau Heinrichs VIII., Maria, Königin der Schotten, und Elisabeth I., die jungfräuliche Königin. Zwischen Sehnsucht und Ohnmacht gefangen, stellt Damrau die kulminierenden Schlussszenen von Gaetano Donizettis Opern „Anna Bolena“, „Maria Stuarda“ und „Roberto Devereux“ gegenüber, in denen sich die Königinnen mit ähnlichen Extremen auseinandersetzen müssen: Anne Boleyn wurde von ihrem Ehemann zum Tode verurteilt; Weiterlesen ›

Hélène Grimaud // The Messenger

KLASSIK-KONZERT „Ich habe mich immer dafür interessiert, Werke so zusammenzustellen, wie man es nicht erwartet, weil ich das Gefühl habe, dass Stücke ein besonderes Licht aufeinander werfen“, sagt die Pianistin Hélène Grimaud, die auf ihrem neuen Album ‚The Messenger‘ Mozarts unvollendete Fantasie KV 397, das berühmte Klavierkonzert KV 466 und seine Fantasie KV 475 in ein Zwiegespräch mit dem ukrainischen Pianisten und Komponisten Valentin Silvestrov schickt. Die Aufnahme, eingespielt mit der Camerata Salzburg, entstand Anfang des Jahres an einem Ort, an dem Mozart selbst gewirkt hatte, in der Großen Universitätsaula in Salzburg. Die Stücke erklingen in der Reihenfolge ihrer Komposition, wobei sich die dramatische Komplexität steigert. Diese Stücke werden den Kompositionen von Silvestrov gegenübergestellt. Weiterlesen ›

Sabine Devieilhe / Alexandre Tharaud // Chanson d‘Amour

KUNSTLIED ‚Chanson d'Amour‘ heißt das neue Album der Sopranistin Sabine Devieilhe und des Pianisten Alexandre Tharaud, das mit leidenschaftlichen Melodien von Gabriel Fauré, Francis Poulenc, Maurice Ravel und Claude Debussy aufwartet. Mit gewohnter Klarheit und Finesse dringt das Duo in die Welt des französischen Kunstliedes ein, das den Zeitraum vom späten 19. bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts definiert. Ihr Programm, das um Ravels „Cinq mélodies populaires grecques“ und Debussys Verlaine-Vertonung „Ariettes oubliées“ herum aufgebaut ist, greift Themen wie Liebe, Krieg und Tod auf und stellt populäre Lieder wie Faurés „Après un réve“, aber auch unbekannte Schätze aus dem Lied Fundus der vier Komponisten vor. „Die Welt der französischen mélodie ist so reichhaltig, dass Alexandre und ich lange und aufwühlende Sitzungen verbrachten. Weiterlesen ›

Lang Lang // Bach: Goldberg Variations

KLASSIK-PIANO „Das Stück lässt uns alles aus uns herausholen, was wir haben, aber auch alles, was wir nicht haben und noch lernen müssen“, sagt der Pianist Lang Lang über Johann Sebastian Bachs monumentales Klavierwerk Goldberg-Variationen. Für seine Annäherung an das Stück ließ er sich 20 Jahre Zeit, bis der Moment gekommen war, Bachs großartige Aria und die 30 Variationen aufzunehmen. Anfang März dieses Jahres gab er ein Konzert mit den Goldberg-Variationen in Leipzig, das sich für den Pianisten zu einem spontanen, berührenden Live-Erlebnis entwickelte, während sein Spiel im Studio äußerst überlegt und kontrolliert wirkte. „Beim Konzert durchlebt man das 100-minütige Werk als Ganzes. Weiterlesen ›

Jonas Kaufmann // Selige Stunde

LIEDKUNST Star-Tenor Jonas Kaufmann nutzte die Coronabedingte Auszeit vom Konzertleben, um sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. Mit seinem langjährigen Freund und Klavierbegleiter Helmut Deutsch spielte er eine Vielzahl von romantischen Lieblingsliedern ein, in denen Liebe und Sehnsucht, Abschied, Rückzug ins Innere und Stille die vorherrschenden Themen sind. Das Album trägt den Titel eines Lieds von Alexander von Zemlinsky: „Selige Stunde“. Populäre Titel wie Franz Schuberts „Die Forelle“, Robert Schumanns „Mondnacht“, Mozarts „Sehnsucht nach dem Frühling“, Beethovens „Adelaide“, Mendelssohn Bartholdys „Auf Flügeln des Gesanges“, Johannes Brahms’ „Wiegenlied“ oder Tschaikowskys „Nur wer die Sehnsucht kennt“ – und auch Wiederentdeckungen, wie „Still wie die Nacht“ von Carl Böhm, die Helmut Deutsch in einem alten Lied-Album entdeckte, wie es sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen musikalischen Haushalten gab. Weiterlesen ›

Dmitry Sinkovsky // Beethoven: Violinkonzert op. 61; Tripelkonzert op. 56

VIOLIN-KONZERT Der 40-jährige russische Geiger Dmitry Sinkovsky ist ein ausgewiesener Hochleistungsvirtuose, ein wahrer Teufelsgeiger. Als einer der spannendsten Alte-Musik-Künstler der jungen Generation geltend, begann er seine Karriere als Geiger bei renommierten Ensembles der historischen Aufführungspraxis. Für das Debüt auf dem Label Glossa präsentiert Sinkovsky mit dem Violinkonzert D-Dur op. 61 und dem Tripelkonzert C-Dur op. 56 zwei konzertante Hauptwerke Beethovens, wobei letzteres hier erstmals seit 1974 auf alten Instrumenten eingespielt wurde. Begleitet wird er dabei von der russischen Klavierlegende Alexej Lubimov und Alexander Rudin, Cellist und Dirigent des in Moskau ansässigen Orchesters Musica Viva. Bei ihrem reizvollen Spiel mit den Klangfarben des Tripelkonzerts, Weiterlesen ›

SOPHIE PACINI // Rimembranza

KLASSIK-PIANO Für die junge italienisch-deutsche Pianistin Sophie Pacini ist die Musik ohne Erinnerung nicht möglich. Und so nennt sie ihr sechstes Soloalbum ‚Rimembranza‘, das von Hoffnung und Zweifel, von Schmerz und Erlösung, von Verlust und Erinnerung erzählt. Entstanden unter Förderung und Mitwirkung des Deutschlandfunks in Köln, markiert das Album zugleich Pacinis Beginn der Zusammenarbeit mit dem Kölner Musikproduzenten Stephan Cahen auf seinem neuen Label Avenir. Zwei Werke, die für sie stark mit Schmerz, Vergänglichkeit und Tod verbunden sind, Mozarts Sonate in a-Moll (KV 310) und Schuberts Sonate in a-Moll D 784, stehen im Zentrum des Programms. „Es geht mir darum, wie diese Musik mich gelehrt hat, tiefer und bewusstseinsbezogener zu fühlen. So erscheint es mir auch, dass ein roter Faden von e Weiterlesen ›

SEBASTIAN KNAUER // This Is (Not) Beethoven

KLASSIK-KONZERT Wie Beethoven heute klingen würde, darüber lässt sich nur spekulieren. Wie man Beethoven modernisiert, dabei die Intention und Tiefe seiner ursprünglichen Kompositionen bewahrt, zeigen der iranische Komponist Arash Safaian, der Hamburger Pianist Sebastian Knauer und das Zürcher Kammerorchester auf ihrem Album ‚This Is (Not) Beethoven‘. Für Beethoven-Kenner, aber auch Hörerinnen und Hörer, die sich noch nicht mit klassischer Musik beschäftigt haben, sind Safaians Beethoven-Variationen Beleg dafür, wie frisch klassische Musik heute klingen kann. Der Marsch aus Beethovens 7. Sinfonie, den Safaian in zwölf Variationen ins Zentrum des Albums setzt, verdichtet sich zu einer Tonsprache, die mit ihren drastischen Effekten an die Filmmusik erinnert. Weiterlesen ›

Les Brünettes // 4

A CAPPELLA/JAZZ Les Brünettes, das sind vier junge und selbstbewusste Frauen, die sich auf ihren eigenen Weg gemacht haben: The female way of a cappella. Ihre Stimmen setzen sie mit viel Leichtigkeit und Eigenständigkeit zusammen und befreien das A-cappella-Genre von gängigen Regeln. Alles begann 2010, als Juliette Brousset, Stephanie Neigel, Julia Pellegrini und Lisa Herbolzheimer sich als Gesangsstudentinnen in Mannheim trafen und sich zunächst einfachen Arrangements widmeten. Heute sind sie tonangebend und dies in vielfacher Hinsicht. Mit ihrem Album ‚4‘ sind sie ganz bei sich selbst angekommen. Sie singen von Liebe, Wut, Verantwortung und verarbeiten, in ausschließlich eigenen Songs, was in ihrem Jetzt passiert. Dabei bewegen sie sich in aktueller Popkultur, klassischem Songwriting und jazzigen Elementen. Weiterlesen ›